Die Alte

Wenige Hütten erst standen im Tal, viele riesen Fichten im Walde. Da ging, schwere Last auf dem Rücken einmal nach den Hütten einst eine Alte. Mit Eiern, Käse und Butter bepackt. Der Erwerb einer sauren Woche, hat sie den Weg durch den Wald gewagt. Doch sie seufzt ob ihrem Joche.Die

 

 

Müde Glieder

Und um zu stärken die müden Glieder und auszuruhn´n den brennenden Sohlen, ließ sie auf einem Stein sich nieder erschöpft, sich dort zu erholen. Trüb war der Tag, rings tiefe Ruh dicht feuchter Nebel auf der Erde. Da fällt der Alten die Wimper zu, sie träumt von fetter Gänseherde.

 

 

Jägersmann

Da streift im Walde ein Jägersmann, ein junges und frohes Blut, der sah die Alte als Ruh´stein an und dacht: hier ruht´s sich gut.

 

 

 

 

„Benn-eck-ein-stein?“

Nichts ahnend, da sich nichts geregt, setzt er sich singend auf die Alte. Doch diese unsanft aufgeweckt, zog auf der Stirn die Unmutsfalte. Der Jäger, ahnungslos, erschrak und stammelt ein Verzeih´n. Entrüstet doch die Alte sprach die Wort´: „Benn-eck-ein-stein?“

Prüfe das Herz

Da gings durch des lustigen Jägers Sinn der Plattdeutsch nicht verstand. Er trug sein Erlebnis den Hütten hin und die Geschichte ward bekannt. Seitdem, so die Sag´, heißt der Ort, ins Tag liegt geschmeidig er so fein. Und prüfst du das Herz jenes Menschen dort so sprich es: „Benn-eck-en-stein?“