Kurzchronik von Benneckenstein

Wappen von BenneckensteinBenneckenstein wurde Mitte des 13. Jahrhunderts von Holstein her besiedelt. (Die Niederdeutsche Sprache hat sich bis heute erhalten.) Die Bewohner waren meist Kleinbauern und Bergleute, und sie waren Untertanen der Grafen von Hohnstein (bei Nordhausen).  Durch mehrfache Erbteilungen wurde der kleine Ort im Laufe der Geschichte in zwei, ab 1583 sogar in drei Herrschaftsbereiche aufgeteilt. Es regierten neben den Hohnsteinern letztlich die Grafen von Schwarzburg-Rudolstadt und die Grafen von Schwarzburg-Sondershausen.
 
Im 30-jährigen Krieg, wird Benneckenstein ein Zentrum der sagenumwobenen Harzschützen und ist deshalb 1627 von den Kaiserlichen Truppen unter Tilly niedergebrannt worden. 1648 nahm Brandenburg-Hohenzollern die Nordhälfte des Ortes in Besitz, wodurch Benneckenstein 1701 „preußisch“ wurde. Die Grenze zwischen dem preußischen und dem schwarzburgischen Ortsteilen bildete der Lauf der Rappbode. Am 14. Februar 1741, beendete Preußenkönig Friedrich II. durch Zukauf des Schwarzburger Teiles den 368 Jahre (!) währenden Teilungszustand Benneckensteins und verlieh dem Flecken gleichzeitig das Stadtrecht. 
 
Nach dem Rückgang von Bergbau und Hüttenwesen entwickelte sich die Herstellung von Holzwaren sowie Hausierhandel und Fuhrwesen. Darauf dominierte die Nagelschmiederei (40 Kleinbetriebe) und die Zündholzherstellung (10% der Gesamtproduktion Deutschlands). Die Industriealisierung „im Lande“ führte aber zum Niedergang dieser Gewerbe und in Folge zur  Ausbildung von Holz- und Textilverarbeitung sowie zu vermehrten Handelstätigkeiten. Als neue Erwerbsquelle kam 1887 der Fremdenverkehr dazu, der durch den Harzquerbahnbau 1899 sehr befördert wurde.
Benneckenstein wurde als Kurort und Wintersportplatz anerkannt und verbesserte ab der Jahrhundertwende kontinuierlich seine Infrastruktur (Wasserleitung, eigenes Elektrizitätswerk, Post, Telegrafie, Bad, Kur- und Sportanlagen, private Baulust. 1934 entstand in Benneckenstein das Trainingslager der deutschen Nationalmannschaften im Boxen, Ringen und Gewichtheben. 1936 wurde Schwergewichtsweltmeister Max Schmeling Ehrenbürger der Stadt.

Nach der Wende 1989, die auch hier einen erheblichen Verlust an Arbeitsplätzen nach sich zog, hat sich  das Hochharzstädtchen vermehrt der Tourismusbranche zugewandt. Traditionspflege, Geschichtsbewusstsein und mannigfaltige Vereins-tätigkeiten kennzeichneten bisher das Gemeindeleben. Die Wirtschaft wird geprägt von derzeit drei mittelständischen, produzierenden Unternehmen sowie von diversen Dienstleistungs- und Transportgewerben.
 
Seit dem 01.01.2010 gehört  Benneckenstein mit weiteren 9 Ortsteilen zur neu gegründeten Stadt Oberharz am Brocken. Die Fusion war mehrheitlich von den Bürgern abgelehnt worden.

Text: Jürgen Kohlrausch, Ortschronist und Archivar