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Erstellt am Dienstag, 28. Februar 2012 20:44
Wie wird in Zukunft mit dem Thema Tourismus umgegangen. Das war am 23. Februar das bestimmende Thema bei der ersten Ortschaftsratsitzung in diesem Jahr. Das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr in Berlin (DWIF) hat im Auftrag der Stadt Oberharz am Brocken ein touristisches Entwicklungskonzept erarbeitet. Darin wird auf Grundlage der Übernachtungszahlen eine Reduzierung der Tourismus-Informationen vorgeschlagen. Fünf von neun Zentren sollen geschlossen werden. Darunter auch die Tourismus-Information von Benneckenstein.
Bürgermeister Frank Damsch nahm an der Sitzung des Ortschaftsrates teil und begründete die notwendigen Einsparungen. Gleichzeitig relativierte er das Konzept: „Bisher handelt es sich nur um einen Entwurf.“, so Damsch. Er selber ist aus territorialen Gründen für den Erhalt der Benneckensteiner Information. Schließlich sei „Benneckenstein die Wintersportzentrale der Stadt.“ Einschränkungen müsste es in jedem Fall bei den Öffnungszeiten geben. Das Konzept soll am 6. März von den Räten beschlossen werden.
„Bedeutungslosigkeit und ideeller Verlust“
Ende des Jahres 2011 zählte Benneckenstein noch 2034 Einwohner. Die Abwanderung und Einwohnerschwund ist eines der zentralen Probleme aller Ortsteile der Stadt Oberharz am Brocken. Allerdings sieht es im gesamten Gebiet des Harzes nicht anders aus. Dennoch sprach sich auch Ortsbürgermeister Hans Herbert Schulteß gegen eine generelle Schließung der Touristeninformation von Benneckenstein. Immer größer werdende Kosten und der Konsolidierungsdruck der Kommunalaufsicht bestimmen die Richtung, in die sich Benneckenstein bewegt.
Unverständnis über die vorgesehene Schließung äußerten die anwesenden Vereine. Übernachtungszahlen und Prognosen seien nicht alles. Trotz der herausragenden Stellung als Luftkurort, seiner Tradition als Wintersportort und mit dem 1991 ausgestellten Prädikat „Modellstadt Sachsen-Anhalt“, musste Benneckenstein schwere Einschnitte hinnehme n. Jürgen Kohlrausch vom Heimatvereines brachte es auf den Punkt: "Noch weitere Einsparungen werden die einstige Stadt Benneckenstein zunehmend in die Bedeutungslosigkeit führen und gravierende ideelle Verluste in der Bevölkerung nach sich ziehen.“
Neben dem zentralen Thema wurde einstimmig über den Verkauf von ungenutzten landwirtschaftlichen Nutzflächen entschieden. Ebenfalls teilte Herr Schulteß mit, dass der Zuschuss für die Seniorenfeier wegfalle. Konsolidierungsauflagen und gleiche Behandlung zwischen den Ortsteilen nannte er als Gründe.
Mit dem Bau der Bergstraße im Bereich des Friedrich-Ebert-Platzes soll in diesem Jahr begonnen werden. „Die Bauanträge liegen vor.“, so Schulteß. In Planung ist weiterhin der Bau eines weiteren Supermarktes im Sandbrink. Hier wurde eine Bauvoranfrage genehmigt.