Rückblick: Glimpfliches Ende des Weltkrieges vor 70 Jahren

In vielen Ländern der Welt wurde an diesen Tagen an das Ende des 2. Weltkrieges im Jahr 1945 gedacht. Bereits am 15. April jährte sich das Kriegsende speziell für Benneckenstein. Obwohl vom Oberkommando der Wehrmacht auch für den Harz galt, "diese Festung bis zum letzten Mann zu verteidigen", ging es dank zweier Männer recht glimpflich aus.

 

Am 15. April 1945 marschierten amerikanische Truppen in Benneckenstein ein. Ein wichtiger Tag für die Stadt. Dass es bei den Straßenkämpfen nur zu 11 Opfern unter den zurückweichendes SS- bzw. Wehrmachtsangehörigen kam, war dem mutigen Handeln von Dr. Richard Noack zu verdanken, der mit einer weißen Fahne den Amerikanern am Jägerfleck entgegen gegangen war. Ein unnötiges Blutvergießen unter der Bevölkerung hat aber auch der Nazi-Bürgermeister Walther Bock verhindert, indem er den am 13. April bereitstehenden 80-Mann-Volkssturm aufforderte, keine Gegenwehr zu leisten und nach Hause zu gehen.

Bock hatte sich damit eindeutig gegen den Befehl des Oberkommandos der Wehrmacht gestellt, „die Festung Harz bis zum letzten Mann zu verteidigen“. Er hat sich darauf hin in seiner Wohnung in der Sparkasse mit der Dienstpistole das Leben genommen. Auch dieser Fakt sollte nicht vergessen werden, hinsichtlich der zahlreichen sinnlosen Kämpfe in den Nachbarorten. Allein in Elbingerode sind in den letzten Kriegstagen beispielsweise 177 Tote beklagt worden, in Rübeland 59. In der Gegend um Elend sind 61 deutsche Soldaten gefallen. Benneckenstein ist also insgesamt glimpflich davongekommen.

von Jürgen Kohlrausch