Aus dem Stadtarchiv: Hoffentlich „Winterthur“ versichert

von Jürgen Kohlrausch
Wenn in früheren Jahrhunderten das Feuerhorn ertönte und die Spritzenmannschaften mit ihren pferdebespannten Pumpen- Leitern- und Schlauchwagen zum Einsatzort eilten, fuhr auch immer das persönliche Risiko mit. Wer bei der Ausübung der Löscharbeiten einen gesundheitlichen Schaden erlitt, der musste damals um die Existenz seiner Familie fürchten und auf eine geringe Unterstützung durch die Feuer-Sozietät hoffen.

Eine Unfallversicherung schloss die Stadt erst im Dezember 1906 für die Mitglieder ihrer Feuerwehr ab. In den Akten ist darüber vermerkt:

„Zur Versicherung der Mitglieder der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr und deren Angehörigen gegen Unfallschäden gelegentlich (während) des Feuerlöschdienstes, einschließ-lich der Übungen wird beschlossen, eine Collektiv-Unfall-Versicherung auf 10 Jahre einzugehen. Der Vertrag wurde mit der Agentur Erfurt der „Schweizerischen Unfall-Lebens-Aktiengesellschaft in Winterthur / New Yorker Germania Lebens-Versicherungs-Gesellschaft“ abgeschlossen. Der jährliche von der Stadt zu zahlende Beitrag belief sich auf 53,28 Mark und sicherte einen Schadensfall von 3.000 Mark ab.