Finkenmanöver: Letzter Auftritt der Trachtengruppe Gejodeltes Ade

Wer an das Benneckensteiner Finkenmanöver denkt und mit nur einem Wort antworten darf, dem fällt neben Buchfinken, Feuer, Qualm und Pfingstwurst mit Sicherheit auch die Trachtengruppe ein. Vielleicht nicht als erstes. Aber wie fällt die Reaktion aus, wenn der letzte Auftritt ansteht? Diese gilt es jetzt zu überlegen.

Das Finkenmanöver wird bereits im Vorfeld zelebriert. Die Buchfinken werden bereits Wochen vorher nur noch mit Samthandschuhen angefasst. Die kleinen Feuer der Familien, Vereine und Freunde werden bereits Tage vorher entlang der Waldschneise drapiert. Nicht mindervorbereitet ist die Trachtengruppe, wenn sie seit eh je ab mittags ihr Folkloreprogramm auf der Waldbühne abspielt und die Zuhörer dem Jodeln lauschen. Jene Waldbühne übrigens, die neben der Trachtengruppe jahrelang keine anderen Darsteller kannte. Das änderte sich erst, als der Verein Kulturrevier Harz e.V. das Theater in Benneckenstein etablieren konnte. Übrigens ab August diesen Jahres mit 14 Tagen so lange wie noch nie.

Verödete Ader einer Tradition

Selbst wenn man kein Fan der Musik und dem Harzer Brauchtum ist: Irgendwie ertappte man sich dennoch dabei zu sagen: „Wir müssen auf jeden Fall noch einmal auf die Waldbühne zur Trachtengruppe gehen.“ Es hatte was Beruhigendes die Harzer Lieder zu hören und bei dem einen oder anderen „Exil-Benneckensteinern“ kam mit Sicherheit das Gefühl auf, wieder „zu Hause“ sein.

Am kommenden Pfingstmontag endet eine Tradition. Die Trachtengruppe wird ihren letzten Auftritt beim Finkenmanöver absolvieren. Nicht, weil sie keine Lust mehr hat. Nicht, weil sie sich nicht genug beachtet fühlt. Es fehlt schlichtweg an Personal. Sorgen, die Vereine Land auf Land ab kennen. Noch wird die Trachtengruppe weitere Auftritte wie in Kürze in Altenbrak absolvieren. Bereits jetzt geht damit ein großes Stück Kultur verloren.

Auch das Finkenmanöver verliert damit womöglich unwiederbringlich einen Teil seines Programms.