Benefitzveranstaltung am 21. August: Sankt Laurentius Kirche im Wandel

Die St. Laurentiuskirche ist bekanntlich 1852 erbaut worden. In den vergangenen 164 Jahren hat sie schon mehrfache Reparaturen, Veränderungen und Modernisierungen erhalten. Nun aber bahnt sich wohl die bisher umfassendste bauliche Veränderung an. Noch im August sollen voraussichtlich die Arbeiten zum Einbau einer sogen. Winterkirche beginnen. Die Winterkirche soll den jetzigen Gemeindesaal auf dem Wildenberg ersetzen, da beabsichtigt ist, diesen zusammen mit dem Pfarrhaus zu veräußern.

Wenn also die Baupläne realisiert sind, wird der gesamte Eingangsbereich unseres altehrwürdigen Gotteshauses stark verändert sein. Hinter einer Glaswand wird sich ein (gut heizbarer) Raum für den Gottesdienst, ein Büro, eine Küche und eine Sanitäranlage befinden. Diese Baumaßnahme, die übrigens vom Gemeindekirchenrat als Notwendigkeit bezeichnet wird, soll heute Anlass für folgenden kleinen historischen Rückblick sein:

Die Einweihung unserer Kirche im Jahre 1852 und wie es dazu kam: Nach dem Gottesdienst am 19. August 1849 verließ die Benneckensteiner Gemeinde zum letzten Mal ihre alt vertraute Kirche, die in der Unterstadt gegenüber der heutigen Alten Schule stand, ein schlichter Fachwerkbau mit aufstrebenden Fenstern und einem zwiebelartigen Turm auf dem Westgiebel. Sie galt schon lange als baufällig und drohte schließlich einzustürzen. Seit 1642 hatte sie ihren Dienst getan. Wie oft mögen die Benneckensteiner darin aus Gottes Wort Rat und Trost für ihr oft so hartes Leben empfangen haben?

Die alte Kirche in der Unterstadt, die 1642, noch während der Wirren des Dreißigjährigen Krieges errichtet wurde, war Benneckensteins zweite Kirche. Das erste Gotteshaus dürfte schon vor der Reformation 1556 an derselben Stelle gestanden haben. Genaue Angaben sind leider nicht überliefert.  (Foto: Stadtarchiv)

Die Empfindungen beim Abschied kann man sich vorstellen. Denn die Armut der Gemeinde hatte es nicht erlaubt, dass man unmittelbar von der alten Kirche in eine fertige neue hinüberziehen konnte. Wohl lag seit längerem eine Schenkung von 1.000 Talern vor; seinerzeit vom Preußischen König Friedrich Wilhelm III. selbst verfügt, aber das Geld reichte noch lange nicht für einen Neubau aus. Erst eine allgemeine evangelische Haus- und Kirchenkollekte im Lande, „Kreis Grafschaft Hohenstein“, die zu Gunsten des Benneckensteiner Kirchenbaus auf Anordnung von Friedrich Wilhelm IV. ausgeschrieben wurde und 5.647 Taler erbrachte, machte es möglich, am 12.Mai 1850 den Grundstein zu der jetzigen neuen Kirche zu legen.

Nach zweijähriger Bauzeit näherte sich der Tag, an dem die Einweihung erfolgen sollte. „Die Freude über das nahe bevorstehende Fest war mit jedem Tage größer und allgemeiner“, berichtete der damalige Gemeindepfarrer Schubart. Über drei Jahre hatten sich die Benneckensteiner mit einer provisorisch eingerichteten Betsaal im Ratskeller (heute Oberstadt Nr. 65.) begnügen müssen. Es ist überliefert, dass die Benneckensteiner damals eifrige Kirchgänger gewesen sein sollen. Schubart: „An jedem Morgen erklang aus vielen Häusern ein geistliches Morgenlied, und Sonntag-Mittag wurde in den meisten Familien ein Tischlied gesungen.“

Am 26. August 1852 traf die Verfügung ein, welche die lang ersehnte Weihe der neuen Kirche für den 5. September ansetzte – der Zeitpunkt, um mit den letzten Vorbereitungen zu beginnen. Pastor Schubert, seit vier Jahren in Benneck

Die Ausschmückung der Kirche selbst war das Werk der Lehrer und einiger Gemeindemitglieder... (Kantor Gropp bemerkte dazu, dass er das Grün von Ellrich geholt habe, wo es ihm gern und unentgeltlich gegeben wurde. In Ilfeld hatte man ihn vorher schroff abgewiesen, mit den Worten, man solle aus Preußischen Orten Blumen holen!) Klarer Himmel und warmer Sonnenschein begünstigte den Vorabend und das Fest. Am Weihetag läuteten alle Glocken von 5 bis 6 Uhr in drei Absätzen. Unmittelbar darauf wurde jede halbe Stunde vom Thurme ...Lieder geblasen. Pastor Schubart zur Seite standen Rektor Dietrich und Organist Schwenke. Schon hatten sich die Festgenossen von hier und aus der Umgegend in großen Scharen vor der Kirche versammelt.“enstein tätig, hielt seine damaligen Eindrücke in einer kleinen Schrift fest: „Das ganze Städtchen, insbesondere die Hauptstraße war geschmückt. Vor der Mehrzahl der Thüren wölbten sich Tannenlauben. Guirlanden von Eichenlaub zogen sich von einem Hause zum anderen hinüber und trugen in der Mitte Kränze mit Festsprüchen >Gott segne unsere neue Kirche!<. Vom Betsaale bis zur Kirche führte eine förmliche Allee von Tannenbäumen. Unsere freundliche und geräumige Kirche war eben so vollständig und sinnig geschmückt. Die Schulmädchen, Jungfrauen und einige Frauen hatten mit viel Lust und Aufopferung Kränze gewunden.

Die heutige Kirche ist aus dem Stadtbild nicht wegzudenken. Äußerlich fast unverändert, bahnen sich nunmehr im Inneren große Veränderungen an. Übrigens: Die Schieferverkleidung ist nicht von Anfang an angebracht gewesen. Zuerst war es sie eine Fachwerkkirche.

Nach einem Abschiedsgebet des Ortspfarrers in der Pfarre, so hieß es weiter, sei der Festzug aufgebrochen. Voran die Schulkinder mit den Lehrern, die kirchlichen Honoratioren aus Magdeburg und Nordhausen, gefolgt von der Geistlichkeit mit der Bibel und den Altargeräten. Ihnen hatten sich die städtischen Behörden angeschlossen, auch die der Nachbarschaft, die beteiligten Handwerker und die vollständige Schützenkompanie. Der Kirchenschlüssel gelangte aus der Hand des Bauinspektors zum Bürgermeister Stecher, dann zum Generalsuperintendenten, zum Superintendenten, zum Pfarrer und letztlich zum Küster, der die Tür aufschloss. Die Geistlichkeit bewegte sich zum Altar und nach der Weihe ertönte zum ersten Mal die Orgel „Allein Gott in der Höh' sei Ehr!“

 21. August 2016, 15 Uhr bis 18 Uhr: Benefizveranstaltung für den Kirchenumbau

Anstatt einer Straßensammlung möchten die Mitglieder der Kirchengemeinde Benneckenstein zu einer Benefizveranstaltung am 21. August 2016 15 Uhr bis 18 Uhr zum Umbau der St. Laurentiuskirche einladen. Treffpunkt ist bei Sonnenschein im Kurpark, alternativ treffen wir uns in der Kirche.

Vielleicht kann die Laurentiade 2017 schon in der neu sanierten Kirche stattfinden.. Aufgrund dieser Zusage ist es auch erforderlich, einen Eigenanteil der Baukosten vorzuweisen. Dazu fehlt in unserer Gemeindekasse noch ein wesentlicher Anteil, der zu beschaffen ist. Wir möchten Sie daher mit der Stadtkirche Elbingerode zu einer Benefizveranstaltung einladen.

Hier erwartet Sie ein buntes Programm mit:

  • den Tanzmäusen
  • dem Projektchor
  • „Die Hallelujas“
  • der Trachtengruppe und
  • dem Posaunenchor der Stadtkirche Elbingerode

Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt sein in Form eines Kuchenbuffets und zum Abschluss gibt es Leckeres vom Grill. Wer von Ihnen keine Geldspende, sondern lieber eine Sachspende leisten möchte, bekommt selbstverständlich auch Gelegenheit dazu.

Die Kirchengemeinde freut sich über neuwertigen Spenden, die dann im Rahmen einer Auktion versteigert werden. Diese Versteigerung wird in unser buntes Programm eingebaut. Die Sachspenden werden im Pfarrbüro entgegen genommen. Sollten Sie leider keine Gelegenheit haben daran teilzunehmen, möchten wir Ihnen auf jeden Fall zusagen, auch persönlich bei Ihnen vorbeizukommen. Wenn Sie sich mit einer Spende beteiligen möchten, kann einfach mittwochs von 15 – 18 Uhr im Pfarrbüro (Tel. 2340) anrufen. Mitglieder der Kirchengemeinde kommen auch zu Hause vorbei. Sie erhalten eine Quittung oder Spendenbescheinigung.

Der Verkauf des Pfarrhauses mit Gemeindesaal wird weiterhin vorangetrieben. Dann ist es wichtig, dass alle Veranstaltungen auch weiterhin und unter „einem Dach“ stattfinden können. Daher ist die Kirchengemeinde für jede Hilfe und Unterstützung dankbar. "Nur durch den freiwilligen Gemeindebeitrag –der ausschließlich unserer Gemeinde Benneckenstein wieder zu Gute kommt- ist es möglich, die vielen Aktivitäten (Tanzmäuse, Tai Chi, Krippenspiel, Projektchor, Kinderausflüge, Mutter-Kind-Kreis, Kirchenkino, Gemeindeversammlungen und -feiern, etc.) aufrecht zu erhalten", sagte Peggy Rieche.

Für den anstehenden Umbau sind vuel Engagement und Hilfsbereitschaft gefragt.