Kultur- und Heimatverein veröffentlicht 57. Heimatheft

Ab heute kann das aktuelle Heimatheft erworben werden. Das 57. Heft legt auch diesmal Anspruch darauf, neben Information und Unterhaltung, vor allem viele wissenswerte Rückblicke in die Heimatgeschichte bereit zu halten. In den Mittelpunkt der 180 Seiten umfassenden Lektüre haben die Autoren den großen Brand von 1857 und die Entwicklung des Fußballvereins gestellt.

Heute ist es kaum noch vorstellbar, dass noch im 19. Jahrhundert aufgekommene Brände oftmals ganze Straßenzüge in Schutt und Asche legten. So geschehen auch im Sommer des genannten Jahres, als ein durch Unachtsamkeit entstandener Funke fast die gesamten Straßenzüge oberhalb der Kirche vernichtete. Dank Akten aus dem Landeshauptarchiv S-A konnten erstmals detaillierte Einblicke in den Verlauf jener Katastrophe gewonnen werden, die nicht nur mehr als 150 Familien obdachlos machte, sondern auch das Gesicht eines ganzen Ortsteils nachhaltig veränderte.

Die Weihe des neuen Sportplatzes vor zwei Jahren und eine damit verbundene, strittige Namensfindung „Karl-Heyder-Platz“ war der Anlass, die Geschichte des erfolgreichen Benneckensteiner Fußballvereins und seiner Sportplätze nachzuzeichnen. Seit den ersten Kickversuchen am Waldschlößchen und der Vereinsgründung sind über 90 Jahre vergangen. Vielleicht gelingt es, auch eine Antwort auf die Frage nach der Rolle der Spielerpersönlichkeit Karl Heyder zu finden.

In den weiteren Beiträgen wird aus der Geschichte unseres 1899 erbauten Bahnhofs berichtet. Ein Verein, der dessen Traditionen pflegte und die Erinnerungen daran wach hielt, gibt es ja seit einigen Wochen leider nicht mehr. Im Vorjahr hat der Heimatverein Teile vom Nachlass des 1984 verstorbenen Schuldirektors und Chorleiters Hans Becher bekommen. Aus den Unterlagen konnte eine höchst interessante Geschichte rekonstruiert werden: der mutige Versuch, dem Pionierensemble der Schule einen Auftritt in der BRD zu verschaffen. Dafür hat sich Becher bis in die Spitzen der damaligen Regierung, zu Wilhelm Pieck und Erich Honecker, vorgewagt.

„Heimatdoktor“ Louis Wille und dessen Engagement auf dem Gebiet der Harzer Brauchtumspflege etc. dürfte jedem Harzer bekannt sein. 1923 hat Studienrat Dr. Wille, wie wir alle wissen, u. a. in Benneckenstein die erste Trachtengruppe des Harzes ins Leben gerufen. Ein ehemaliger Schüler von ihm weiß zu berichten, dass Dr. Wille Schule und freizeitliches Engagement konsequent zu trennen wusste. „Deutschstunde“ hat Autor Prof. Dr. Willi Bode die Erinnerungen an seinen Lehrer betitelt.

Eine weitere Erinnerung, - an seine Tante Martha Hoppe - hält der heute in Berlin lebende Wolfgang Friese wach. Die ebenfalls damals in Berlin lebende Martha war die Schwester von Gretchen Heyder aus der Bergstraße. In seinem Beitrag schildert der Autor bewegend „die lebenslange Sehnsucht seiner Tante nach der Harzheimat“. Wolfgang Friese dürfte den Lesern des Heimatheftes u. a. aus dem Beitrag über die V-Waffenproduktion in Niedersachswerfen bekannt sein.

Wer von den Älteren kann sich noch an den Lehrer Karl-Heinz Werner erinnern? Christa Hartmeyer will mit ihrer Erzählung die Bilder an den beliebten Pädagogen auffrischen. Karla Rogge, geb. Schreiber hat sich von Heinz Heikenroth zu einem Beitrag über „ihr“ Kriegsende inspirieren lassen. Sie erzählt, wie sie als Neunjährige den Einzug der Amerikaner erlebte.

Schließlich hält das Heimatheft noch einige weitere Rückblicke in die ältere Historie bereit. Es geht auch um ein Thema, das bis heute an Reiz nicht verloren hat – die Wilddieberei! Immerhin hat Benneckenstein ja einst den Ruf besessen, die Wildererhochburg des Harzes gewesen zu sein. Erstaunlicherweise finden sich beim Durchsehen alter Aktenbestände immer wieder neue Erkenntnisse über die Kämpfe zwischen Wilddieb und Behörde. Lassen Sie sich überraschen, liebe Leser.

Die obligatorische Jahreschronik, Vereinsnachrichten, Humoristisches, Leserbriefe sowie Gratulationen und Gedenken runden den Inhalt des Heftes ab, wieder zum Preis von 4,50 Euro in den bekannten Verkaufsstellen oder direkt beim Heimatverein gekauft werden kann.

Kultur– und Heimatverein e.V.